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Afbladderende band van bonded leer met vezelige kern naast een gave leren schoudertas

Was ist Bonded Leather? Lederfaserstoff und warum er abblättert

Bonded Leather, auf Deutsch Lederfaserstoff, besteht aus zermahlenen Lederresten mit Bindemittel. So erkennst du es und darum blättert es oft ab.

Ein Sofa, das nach drei Jahren zu blättern beginnt, ein Kalender, dessen Einband sich in Schuppen löst, ein billiger Gürtel, der an der Kante zerfällt. Oft steht auf dem Etikett "Bonded Leather" oder "recyceltes Leder". Klingt nach Leder, und es ist auch Leder darin. Aber Bonded Leather verhält sich ganz anders als Leder, das aus einer Haut geschnitten wurde.

Die kurze Antwort: Bonded Leather, auf Deutsch Lederfaserstoff, ist ein Plattenmaterial aus zermahlenen Lederresten, gemischt mit einem Bindemittel und auf einen Träger gewalzt. Fast immer bekommt es eine Kunststoffschicht mit eingeprägtem Narben. Es ist günstig und sieht neu gut aus, kann aber nicht atmen, nicht schön altern und kaum repariert werden. Nach ein paar Jahren intensiver Nutzung löst sich die Deckschicht oft ab.

Wie wird Lederfaserstoff hergestellt?

Beim Gerben und Bearbeiten von Häuten bleibt viel übrig: Abschnitte, Schleifstaub, Falzspäne vom Egalisieren der Stärke. Diese Reste werden zu einer Art Faserbrei zermahlen. Dazu kommt ein Bindemittel, oft Latex oder Polyurethan, manchmal auch Fett und Gerbstoff, damit das Material geschmeidig bleibt. Die Mischung wird auf einen Träger aus Stoff oder Papier gewalzt und zu einer Bahn getrocknet.

Diese Bahn sieht noch nicht wie Leder aus. Deshalb bekommt sie eine Schicht aus Polyurethan oder Farbe, in die ein Narbenmuster geprägt wird. Das Ergebnis ist gleichmäßig, glatt und in großen Rollen billig herzustellen.

Im Englischen findest du neben Bonded Leather auch Reconstituted Leather oder Blended Leather. Gemeint ist immer ungefähr dasselbe.

Wie viel Leder steckt in Bonded Leather?

Das ist je nach Hersteller verschieden, und der Anteil steht selten auf dem Etikett. Die europäische Norm EN 15987, die Begriffe im Lederhandel festlegt, verlangt mindestens 50 Prozent Leder (Trockengewicht), damit ein Material Lederfaserstoff heißen darf. Dieselbe Norm sagt auch, dass es nicht als Leder verkauft werden darf. In Deutschland ist das zusätzlich in einer RAL-Richtlinie festgehalten.

Eine Norm ist aber kein Gesetz, und nicht alles, was du online findest, ist nach europäischen Normen hergestellt. Außerhalb Europas werden auch Materialien mit viel geringerem Lederanteil als Bonded Leather verkauft. Kennst du den Anteil nicht, geh nicht davon aus, dass er hoch ist.

Bonded Leather im Vergleich

MaterialWas es istAlterungReparatur und Pflege
Bonded LeatherZermahlene Lederreste mit Bindemittel, KunststoffschichtDeckschicht reißt und blättertKaum, Lederfett zieht nicht ein
Kunstleder (PU oder PVC)Kunststoff auf Stoffträger, kein LederReißt und blättert, mal schneller, mal langsamer als Bonded LeatherKaum
Korrigiertes LederEchte Haut, angeschliffen und mit Deckschicht versehenNutzt sich ab, wenig PatinaEinigermaßen
VollnarbenlederEchte Haut mit vollständiger oberster SchichtBekommt Patina, wird schönerGut, über viele Jahre

Technisch liegt Bonded Leather also zwischen Leder und Kunstleder. Im Alltag ähnelt es eher Kunstleder: Was du anfasst, ist die Kunststoffschicht. Der Lederanteil sitzt darunter und dient vor allem als Füllmaterial.

Warum Bonded Leather abblättert

Bei echtem Leder halten lange, ineinander verflochtene Fasern die Haut zusammen. Wenn du es biegst, bewegen sich diese Fasern mit. Bei Lederfaserstoff sind sie zu kurzen Stückchen zermahlen. Die Festigkeit kommt aus dem Bindemittel, und das wird mit jeder Biegung ein wenig schwächer.

Dazu kommen Wärme, Hautfett und Sonnenlicht. An einer Armlehne oder dort, wo eine Tasche an der Hüfte reibt, geht es am schnellsten. Die Deckschicht bekommt feine Risse, löst sich, und darunter kommt ein stumpfes, faseriges Material zum Vorschein, das an Pappe erinnert.

Pflege hilft wenig. Lederfett zieht nicht in eine Kunststoffschicht ein, deshalb gelten die Tipps aus Pflegeanleitungen für Ledertaschen hier nicht. Eine beschädigte Stelle kannst du höchstens nachfärben, nicht reparieren.

So erkennst du Bonded Leather

Am einfachsten ist das Etikett, wenn es eins gibt. Achte auf Begriffe wie Bonded Leather, Reconstituted Leather, Blended Leather oder Lederfaserstoff. Steht nur "Leder" auf einem Produkt, das verdächtig günstig ist, schau genauer hin.

Die Schnittkante verrät am meisten. Echtes Leder zeigt einen faserigen Querschnitt, der zur Unterseite hin lockerer wird. Bonded Leather ist durch und durch gleichmäßig, wie gepresster Filz oder Pappe, oft mit sichtbarem Stoff oder Papier auf der Rückseite. Bei billigen Gürteln siehst du es manchmal an der Seite: eine dünne Schicht Leder oder Kunststoff außen und ein Kern, der grau und körnig aussieht.

Außerdem: Der Narben ist vollkommen regelmäßig, das Material fühlt sich kühl und nach Plastik an, und es riecht kaum nach Leder. Mit den Tests aus echtes Leder oder Kunstleder erkennen kommst du weit, denn Bonded Leather verhält sich dabei größtenteils wie Kunstleder.

Ist Bonded Leather jemals eine gute Wahl?

Manchmal schon. Für einen Bucheinband, eine Schreibtischunterlage oder eine Box, die sich kaum biegt und wenig in der Hand liegt, ist es ein ordentliches und günstiges Material. Und es gibt ein Argument dafür: Es verwertet Reste, die sonst weggeworfen würden.

Für eine Tasche, einen Gürtel oder ein Portemonnaie, die du täglich benutzt, raten wir davon ab. Genau dort wird das Material ständig gebogen und berührt, und genau dort löst sich die Deckschicht. Eine Tasche aus Bonded Leather hält bei täglicher Nutzung oft nur ein paar Jahre, während eine Tasche aus Vollnarbenleder nach zehn Jahren noch brauchbar ist und besser aussieht als am ersten Tag.

Das Tückische: Im Laden sieht Bonded Leather oft schöner aus als Vollnarbenleder. Gleichmäßig, ohne kleine Narben, glatt glänzend. Genau diese Glätte ist die Kunststoffschicht, die sich später löst. Bei Vollnarbenleder, wie dem des Leder-Shoppers Mira von Beocca, siehst du dagegen den echten Narben mit kleinen Unregelmäßigkeiten. Das zeigt, dass nichts darübergesprüht wurde.

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