Gib „Lederrucksack Herren“ in eine Suchmaschine ein und du bekommst vor allem braune, kantige Modelle mit vielen Schnallen zu sehen. Das ist ein Stil, und längst nicht immer der praktischste. Ob ein Rucksack zu dir passt, hat wenig mit dem Wort Herren zu tun und viel mit deinem Laptop, deinem Rücken und dem, was du jeden Tag mitnimmst.
Die kurze Antwort: Wähle zuerst nach Laptopgröße und Volumen (20 bis 25 Liter reichen für die Arbeit locker), achte dann auf die Länge des Rückenteils und die Breite der Schultergurte, und nimm pflanzlich gegerbtes Vollnarbenleder, wenn du ihn jahrelang tragen willst. Der Unterschied zwischen einem Herren- und einem Damenrucksack liegt in Größe und Passform. Nicht in der Farbe.
Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Herren- und Damenrucksack?
Weniger, als die Onlineshops vermuten lassen. Die meisten Lederrucksäcke sind unisex, auch wenn sie im Menü unter „Herren“ stehen. Worauf es ankommt, ist dein Körperbau. Bist du groß und breit in den Schultern, profitierst du von einem höheren Rückenteil und Gurten, die weiter auseinander sitzen. Trägst du einen langen Rucksack mit kurzem Oberkörper, hängt der Boden auf dem Po und das Gewicht zieht dich nach hinten.
Ein einfacher Test im Laden oder zu Hause: Stell die Gurte so ein, dass die Oberkante des Rucksacks ungefähr zwischen deinen Schulterblättern sitzt. Der Boden sollte dann etwa auf Taillenhöhe enden. Hängt er tiefer, ist das Rückenteil zu lang für dich, egal wie schön das Leder ist.
Lederrucksack Herren: welche Laptopgröße und wie viel Liter?
Fang bei dem an, was hinein muss. Ein Laptop mit 13 oder 14 Zoll passt in fast jeden Arbeitsrucksack. Bei 15,6 oder 17 Zoll sieht es anders aus, denn ein 17-Zoll-Laptop ist schnell 38 bis 40 Zentimeter breit. Der passt nur stehend in einen Rucksack, der hoch genug ist, und dann zählt jeder Zentimeter. Miss deinen eigenen Laptop nach, statt dich auf die Zollangabe zu verlassen. Zwei 17-Zoll-Laptops können allein durch den Rand um das Display ein paar Zentimeter auseinanderliegen.
Beim Volumen hilft eine einfache Faustregel. Mit 20 Litern hast du Platz für Laptop, Ladegerät, Mittagessen und einen Pullover. Mit 25 Litern kommen ein paar Bücher oder Sportsachen dazu. Ab 30 Litern wird ein Lederrucksack für jeden Tag schwer und klobig, und eigentlich suchst du dann eine Weekender-Tasche.
Beachte, dass Hersteller die Außenmaße angeben. Durch Nähte, Futter und Laptopfach ist der Innenraum in jede Richtung ein bis zwei Zentimeter kleiner.
Schultergurte, Rückenteil und Gewicht
Leder wiegt mehr als Nylon. Das ist kein Problem, bedeutet aber, dass die Gurte die Arbeit machen müssen. Breite, gepolsterte Schultergurte verteilen das Gewicht auf eine größere Fläche. Schmale Lederriemchen sehen schick aus, doch nach einer Viertelstunde Radfahren mit Laptop spürst du sie in den Schultern. Schau dir auch an, wie die Gurte am Rucksack befestigt sind. Genäht und zusätzlich verstärkt hält länger als eine einzelne Naht, gerade bei einem Rucksack, den du jeden Tag voll beladen trägst.
Das Rückenteil darf ruhig fest sein. Ein weicher Lederrucksack sackt zusammen, wenn er halb voll ist, und dann drückt dir der Laptop mit einer Ecke in den Rücken. Ein gepolstertes Laptopfach fängt einen Teil davon ab.
Und dann das Gewicht selbst. Ein leerer Lederrucksack ist schwerer als ein leerer Nylonrucksack, das ist einfach so. Gehst du täglich eine halbe Stunde zum Bahnhof, rechne das mit ein. Wer hauptsächlich vom Auto ins Büro läuft, merkt davon wenig.
Welches Leder hält jahrelang?
Vollnarbig bezeichnet Leder, dessen ursprüngliche Narbung nicht durch korrigierendes Schleifen entfernt wurde. Es ist eine Materialbeschreibung; beurteile auch Oberfläche, Verarbeitung und Eignung für deinen Bedarf.
Pflanzlich gegerbtes Leder ist im Neuzustand steifer und wird in den ersten Monaten geschmeidiger. Es entwickelt eine Patina: Wo deine Hand und dein Rücken das Leder berühren, wird es dunkler und glänzt etwas mehr. Chromgegerbtes Leder bleibt länger gleich und ist oft günstiger, bekommt mit den Jahren aber weniger Charakter. Bedenke allerdings, dass pflanzlich gegerbtes Leder Wasser nicht besonders mag. Einen Regenschauer steckt es gut weg, wenn du den Rucksack danach in Ruhe trocknen lässt, nicht an der Heizung, und ihn ein paar Mal im Jahr einfettest.
Büro, Fahrrad oder Reise: welche Form passt?
Ein Rucksack fürs Büro darf schlicht und rechteckig sein, mit einem Reißverschluss über die ganze Breite, damit der Laptop leicht herauskommt. Eine Klappe mit Schnallen wirkt klassisch, kostet dich aber jedes Mal Zeit, wenn du etwas herausnimmst. Fährst du viel Rad, nimm ein Modell, das sich komplett schließen lässt, damit kein Regen von oben hineinläuft.
Bei Flugreisen zählt vor allem die Höhe. Ein Rucksack mit 25 Litern darf bei den meisten Airlines als Handgepäck mit, aber als kleines Gepäckstück unter dem Sitz sind die Maße strenger, und die unterscheiden sich je nach Airline. Wie viele Liter dein Rucksack als Handgepäck haben darf, haben wir für verschiedene Situationen zusammengestellt.
Drei Lederrucksäcke im Vergleich
Zum Vergleich drei Modelle aus unserer eigenen Kollektion, mit den Maßen, wie wir sie angeben. Sie zeigen gut, wie groß die Unterschiede innerhalb derselben Kategorie sind.
| Modell | Außenmaß (B x H x T) | Volumen | Laptop | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| Bryce | 29 x 43 x 12 cm | 25 Liter | bis 17 Zoll | langen Arbeitstagen mit großem Laptop |
| Finn | 35 x 40 x 12 cm | 25 Liter | bis 17 Zoll | allen, die mehr Breite und Außenfächer wollen |
| Lorne | 26 x 30 x 8 cm | nicht angegeben | keine Laptopgröße angegeben | der Stadt, einem Tablet, Buch und Pullover |
Der Lederrucksack Bryce ist schmal und hoch und eignet sich dadurch für einen großen Laptop, der stehend ins Fach kommt. Der Lederrucksack Finn ist breiter und etwas niedriger. Mit 40 Zentimetern Höhe wird es für die größten 17-Zoll-Laptops knapp, miss deinen also kurz nach. Lorne ist ein wirklich kompakter Rucksack. Ein 13-Zoll-Laptop ist meist rund 30 Zentimeter breit, sieh ihn also eher als Tasche für ein Tablet und das, was du für einen Tag in der Stadt brauchst.
Wann ein Lederrucksack nicht die beste Wahl ist
Ehrlich gesagt: Nicht jeder hat etwas davon. Trägst du jeden Tag einen schweren Laptop plus Sportsachen über lange Strecken, sitzt ein technischer Rucksack mit Hüftgurt und belüftetem Rückenteil besser als jeder Lederrucksack. Und gehst du im Anzug zu Kunden, knittert ein Rucksack dein Sakko an den Schultern. Eine Laptoptasche wirkt dann gepflegter. Die Abwägung für Rücken und Nacken findest du in unserem Beitrag Rucksack oder Schultertasche für den Laptop.
Auch bei der Größe zweifeln viele zu wenig. Wer einen großen Rucksack kauft, weil er „praktisch“ ist, packt ihn auch voll. Wer einen 13-Zoll-Laptop hat und sonst wenig mitnimmt, trägt den ganzen Tag unnötig viel Leder mit sich herum.
Der Fehler, den wir am häufigsten sehen
Zu lang eingestellte Gurte. Ein Rucksack, der tief auf dem Po hängt, fühlt sich doppelt so schwer an wie derselbe Rucksack, der hoch und eng am Rücken sitzt. Zieh die Gurte an, bis der Rucksack beim Gehen nicht mehr hin und her schwingt. Bei neuem, pflanzlich gegerbtem Leder solltest du das nach ein paar Wochen wiederholen, weil sich die Gurte etwas setzen.
Willst du über Rucksäcke für Männer hinaus schauen, hilft dir unser Ratgeber Lederrucksack kaufen für Arbeit und Freizeit. Und wenn du beim Typ noch unsicher bist, lies welcher Rucksack am besten zu dir passt.